Was eine Aktie ist – die Begriffsdefinition
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Wer eine solche Urkunde besitzt, ist zu einem kleinen Teil Miteigentümer der jeweiligen Gesellschaft. Das Unternehmen hat diesen Anteil ausgegeben, um Kapital von außen zu erhalten, ohne es zurückzahlen zu müssen.
Wie Unternehmen Anteile ausgeben
Wenn eine Gesellschaft Geld für Wachstum oder neue Projekte benötigt, kann sie Anteile in Form von Aktien ausgeben. Dieser Vorgang heißt Emission. Die Gesamtheit aller ausgegebenen Anteile ergibt das Grundkapital des Unternehmens. Kauft eine Person eine Aktie, erwirbt sie einen rechnerischen Bruchteil dieses Kapitals.
Die Bezeichnung „Wertpapier" verweist darauf, dass das Eigentum früher buchstäblich auf Papier festgehalten wurde. Heute laufen fast alle Aktien als elektronische Einträge in einem Depot, die Funktion ist aber dieselbe geblieben.
Anteil bedeutet Miteigentum
Miteigentum klingt nach viel, ist in der Praxis aber sehr klein gerechnet. Eine große Gesellschaft kann Milliarden von Anteilen ausgegeben haben. Wer davon zehn Stück hält, besitzt einen winzigen Bruchteil — aber dieser Bruchteil folgt denselben Regeln wie ein größerer Anteil: Er nimmt an der Entwicklung des Unternehmens teil.
Ein Alltagsbeispiel aus Deutschland
Stell dir vor, du und neun Freunde beschließen gemeinsam, eine Bäckerei zu eröffnen. Jede Person legt denselben Betrag ein und erhält dafür genau ein Zehntel des Unternehmens. Läuft die Bäckerei gut, steigt der Wert eures gemeinsamen Unternehmens, und euer Anteil wird mehr wert. Läuft es schlecht, sinkt er.
Vom Handschlag zur Börse
In diesem Beispiel ist der Anteil noch informell. Bei einer Aktiengesellschaft wird derselbe Gedanke formalisiert und auf Tausende oder Millionen von Anteilsinhabern ausgeweitet. Der Unterschied ist, dass ein Anteil an der Bäckerei nur schwer weiterverkauft werden kann, während eine Aktie an einem Handelsplatz — der Börse — täglich den Besitzer wechseln kann.
Wer seine Anteile loswerden möchte, muss also nicht erst einen Käufer im Bekanntenkreis suchen. Der Markt organisiert das. Der Preis, der dabei entsteht, heißt Aktienkurs.
Grenzen und wichtige Hinweise
Ein Anteil bedeutet Teilhabe an der Entwicklung eines Unternehmens — nach oben wie nach unten. Wer Aktien hält, kann mehr zurückbekommen als er eingesetzt hat, aber auch weniger bis hin zu einem Totalverlust, wenn das Unternehmen insolvent wird.
Hinweis zur Bildung
Dieser Beitrag ist Bildung und keine Anlageberatung. Er erklärt, was eine Aktie begrifflich ist, aber nicht, ob, wann oder wie jemand Aktien erwerben sollte. Für persönliche Entscheidungen ist eine unabhängige Fachberatung notwendig.
Was Aktien für Anfänger häufig schwierig macht
Viele Anfänger konzentrieren sich schnell auf Kursbewegungen und vergessen dabei die grundlegende Frage: Was ist das Unternehmen, an dem ich einen Anteil halte, eigentlich wert? Der Kurs spiegelt das, was andere Marktteilnehmer gerade bereit sind zu zahlen. Das ist nicht dasselbe wie der innere Wert eines Unternehmens.
Außerdem schwanken Kurse kurzfristig oft stark, selbst wenn sich am Unternehmen nichts Wesentliches geändert hat. Wer das nicht einkalkuliert, wird von normalen Marktbewegungen überrascht.
Lern-Checkliste: Erster Überblick
- Ich kann erklären, was der Begriff „Anteil" bei einer Aktie bedeutet.
- Ich verstehe, warum ein Unternehmen Aktien ausgibt und was es damit erreicht.
- Ich kenne den Unterschied zwischen dem Kurs einer Aktie und dem Wert des Unternehmens.
- Ich weiß, dass Miteigentum an einem Unternehmen auch Verluste einschließen kann.
- Ich habe verstanden, warum eine Aktie leichter handelbar ist als ein informeller Anteil.